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Selig – Hier (Vinyl LP)

Die Platte ist auch als – auf 1500 Stück limitierte – Vinyl LP erschienen !!!

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vorne
hinten

[Tracklist]

seite a Seite eins:

1. Arsch einer Göttin - 5:41
2. Garten - 3:50
3. Ist es wichtig? - 3:48
4. Lass mich rein - 3:46
5. Du kennst mich nicht - 4:22
seite b Seite zwei:

1. Diva - 4:29
2. Fliegen - 3:20
3. Halber Freund - 3:57
4. So träum ich - 4:53
5. Fastafidja - 5:50


Was heißt Hier: Selig?

HIER ist das letzte Jahr zusammengefaßt in einem Wort und 14 Songs der Band Selig. Jan, Stoppel, Malte Leo und Christian sind Selig und haben als Band mit deutschen Texten vergangenes Jahr den Durchbruch geschafft. Ein Jahr, das voll mit Knochenarbeit, Konzerten en masse, Tausenden Autobahnkilometern, wenig Schlaf und Millionen von Eindrücken war. Die Jungs spielten über 130 Shows kreuz und quer durch die Republik und dem benachbarten Ausland. Es begann als Support für Freaky Fukin' Weirdoz und ging anschließend als eigene Ochsentour durch Schleswig-Holstein. Mit dem Debütalbum im Gepäck und der ersten Single „Sie hat geschrien" in Blut machten sich sie fünf Musiker auf, jede kleine Stadt des Nordens zu bereisen. Der Norden hörte hin, und die Strapazen zahlten sich aus, nicht nur dort: Viva hatte die erste Single bereits häufig über den Äther geschickt und steigt auf das Video zur zweiten Single „Wenn ich wollte" ein. Die Rotation verschafft Selig innerhalb kurzer Zeit einen flächendeckenden Bekanntheitsgrad, der durch das Nachziehen von MTV noch erhöht wird. Der Charteinstieg des Albums (kletterte bis Platz 35) konnte dann im Juli gefeiert werden. Es folgten diverse Festivals und die erste eigene Clubtour. Doch damit noch nicht genug. Selig legten im Herbst noch eins drauf. Die großangelegte, eigene Tour überraschte mit überdurchschnittlichen Zuschauerzahlen. Daß die Debüt-LP schließlich in Österreich bis auf Platz 12 der Charts kletterte, die Gigs dort ein voller Erfolg wurden und sich die Band selbst in der Schweiz als Insider-Tip etablierten konnte, verwundere Ende 1994 niemanden mehr.

Als I-Tüpfelchen wurde ihnen dann im Februar der Echo für das Video „Wenn ich wollte" verliehen. Die Selige Euphorie war ausgebrochen. Jan, Malte, Stoppel, Christian und Leo erwischte es dabei schwer, daß sie sich ohne große Pause im Januar diese Jahres für gut sechs Wochen in ihren Übungsraum zurückzogen, neues Material einprobten, um sich ihrem liebsten Mannschaftssport zu widmen: der Rockmusik.

Entstanden ist das zweite Werk in den Brüsseler ICP Studios unter erneuter Mitgestaltung des Produzenten Frank Plasa und des Mischers Peter Schmidt. „Wir brauchten unsere Ruhe", so lautet unisono die Erklärung zur Wahl des Aufnahmeortes. „Wir wollten in einer gewissen Abgeschiedenheit arbeiten. Frank Plasa kannte das Studio und wir schauten es uns im letzten Jahr bei einem kurzen Besuch an. Dabei gefiel uns die Herzlichkeit und Unkomlpliziertheit des Besitzers. Er und seine Crew tun einfach alles, damit sich die Musiker wohl fühlen." In dieser Umgebung wurden in nur sechs Wochen neunzehn Tracks aufgenommen. „Wir verarbeiteten in den Songs all die Eindrücke, den Irrsinn, die Freude, das Leid. das Chaos, kurz: unsere Lebenskilometer 1994." erzählte Sänger Jan. So sind die verbalen Attaken nicht jedesmal auf anhieb verständlich, doch immer schonungs- und erbarmungslos, zerbrechlich und fordernd ehrlich. Egal, ob er bei der ersten Single „Ist es wichtig ?" ironisch nach dem Un-Sinn des Daseins forscht oder in dem Song „Hinter dem Spiegel" exorzistisch seinen eigenen Dämon beschwört. So viel gebündelte Energie hört man selten, aber Worte sind allerhöchstens Silber, wenn sie nicht im inhaltlichen Wechselspiel mit der Musik kommunizieren. In Seligs Songs verschmelzen Noten mit Worten zu musikalischen Sprachlandschaften, es ist mitunter nicht mehr nachvollziehbar, ob die Stimme den Gitarrenriff übernimmt oder die Saiten die eigentliche Kehlkopfarbeit leisten. Die Kraft liegt im Produkt. Musik wird Ausdruck ihrer selbst, so wie sie inhaltlich in ihrer Form gemäß auch sein sollte: authentisch und verführerisch, romantisch und radikal. Beleg für die Zeit, in der sie passiert: HIER.

Musikalisch hat sich genau wie in den Texten das letzte Jahr unverkennbar niedergeschlagen. Das heißt in Klartext nicht nur ein wesentlich härterer Sound („Garten"), sondern vor allen Dingen die weitere Fähigkeit, den Song genau die Ingredienzen beizumengen, die die Titel verlangen. Ihr Streben nach einem eigenständigen Energiefluss der Musik haben Selig perfektioniert. Nicht nur laute treibende Passagen („Laß mich rein"), sondern auch die ruhigen leisen Töne („Halber Freund") zünden ein Feuerwerk aus tausend Farben, die jede Sekunde zum strahlenden Tag, zur abgrundtiefen Hölle oder zur liebestollen Nacht werden lassen. Die gemeinsame Zeit hat Spuren in der Musik und in den Seelen hinterlassen, ihnen die Möglichkeit gegeben, neue Einflüsse nahtlos in ihrer Version einzubetten.

„Brüssel ist keine Großstadt wie Hamburg. Wir brauchten ein Weile, bis wir die wenigen, guten Clubs gefunden hatten", sagt Leo. „Wir wohnten direkt in Studiokomplex", fügt Jan hinzu, „und dadurch , daß in der Stadt nicht soviel los war, lebten wir eine Art Askese. Eine Therapie nach all der Hektik und den Turbulenzen, die uns bis dahin zwölf Monate umgeben hatte. Wir waren quasi Klosterschüler, die nachts gemeinsam ihren Trip ausgespielt haben. Dadurch lernten wir uns noch besser kennen, denn in solcher Phase zeigt keiner nur seine guten Seiten. Ich denke, nach dieser Hochzeitsreise können wir jetzt verdientermaßen Eheringe tragen !"

Alle 14 Perlen des Albums, die live in ICP-Studio auf einer kleinen Bühne analog eingespielt wurden, kommen roh und ungeschliffen rüber: eine Traum, eine Diva, ein Arsch, ein Schein, ein Garten, ein Hier, ein weiteres Hier, kurz: die Filmmusik vom letzten zum Seligen Jahr.

[Promofolder]

[ Lyrics ]

Hier


Wenn der Sommer verrinnt
Schwimmt es durch meinen Schlaf
Durch meinen längsten Traum

Trag mich auf deinen Turm
Zerbrich den ersten Schrei
Leg die Hand auf die Zeit
Leg mich auf dieses Wort

Hier


Lass mich rein

So tret ich vor Dein Bild, warte auf ein Licht
Will hinter diese Augen, bespuck mich nicht
Hast mehr als sieben Leben, lachst wie ein Hauptgewinn
Hast so viel gehört und so viel gesehen

Sag mir, was ich seh’n soll und sag, wie kann es sein
Zerrutsche meine welt vor Deinem Heiligenschein
Lass mich rein

Du weißt doch, was sich dreht, sag mir, was du weißt
Ein Königreich zu finden, nicht zu wissen, wie es heißt
Ein Königreich zu finden, nicht zu wissen, wie es heißt

Sag mir....
Lass mich rein

Am Ende dieses Zieles steht der Treffer vor dem Nichts
Ausgewählt zum Spielen, warst Du es oder ich
Warst Du es oder ich, lass mich rein


Kleine Schwester

Kleine Schwester, kannst Du seh’n?
Es ist hell und es wird gehn
Trag die Scherben deiner Zeit
Vorbei, vorbei
Vorbei, sie liebt mich für zwei
Trag die tiefste Träne nah
Denk an nichts, was da war
Vorbei, sie liebt mich für zwei
Kleine Schwester, kannst Du sehn?
Viel passiert und nichts geschehn
Vorbei, sie liebt mich für zwei


Ist es wichtig?

Ich hör’ es immer wieder, immer öfter, immer mehr
Komm schon, sei’n sie tapfer und nehm’n sie’s nicht so schwer
Verzeih’n sie dies und jedem und diesem, der es war
Alles, was zu sehn ist, bleibt sowieso ein Jahr

Was ich anfass’, zerfließt so wie dies
Doch es ist mehr, als Du siehst

Sag mir, ist es wichtig?
So richtig wichtig ist es nicht
Manchmal bin ich glücklicher als ich
Ja als ich

Drei Tage vor dem Absprung hielten sie sich für bereit
Doch weiter ging es leider nicht, weiter war zu weit
Hier und da kam jemand und fragte, wie es geht
Aufs trock’ne Herz getreten, tut mir leid, zu spät

Was ich anfass’...

Sag mir, ist es wichtig?
So richtig wichtig ist es nicht
Sag mir, bist du glücklicher als ich
Ich

Sag mir, ist es wichtig?
So richtig wichtig ist es nicht
Manchmal bin ich glücklicher als ich
Als ich, ja


Du kennst mich nicht

Aus dem Roman und Kanten dieser Stadt
Bist Du gefallen als unbeschrieb’nes Blatt
Aus diesen Zeilen, gekommen frei und weich
Du kannst mich berühr’n, doch sag, wie Du heißt

Du kennst mich nicht, doch ich liebe Dich

Durchschwommen von Dir, gekommen kreuz und quer
Aus dieser Zeit, doch sag, wie Du heißt

Du kennst mich nicht...

Für Deinen Mond, für Dein Atmen
Auf Deine Nerven, Deinen Hochmut, Dein Warten
Für dieses Beten auf deinem Gesicht
So weich gefallen, wer bin ich?

Du kennst mich nicht....


Arsch einer Göttin

Oh, am ander’n Morgen
Rotes, rotes Gras
Mag sein, dass sie geliebt hat
Mag sein, wir hatten Spaß
Egal, ob es regnet
Egal, ob es schneit

Sie trägt den Arsch einer Göttin
Dieses Biest ist frei
Sie sieht sich, sie liebt sich
Sie log mich herbei
Setzte sich und sagte:
"Schau in dies und werde frei"
Und ich kroch auf meiner Seele
Für einen Streifzug ihrer Sinnlichkeit

Oh, wer sollte das vergessen
Oh, wer sollte das verstehn
Oh, wer sollte das vergessen
Egal, so schön, so schön
Egal, ob es regnet
Egal, ob es schneit

Sie trägt den Arsch einer Göttin...

Dieses Biest ist frei


Nach Hause

Wach auf für zwei Sekunden
Es kam zu uns, und es bleibt allein
Gesucht, gesucht, gefunden
Um weiter noch, als treu zu sein

So gut, dass ich gesehn hab’
So gut, dass ich weiß
So gut, dass ich gelacht hab’
Über das, was übrigbleibt

Trag mich weiter, weiter als hier
Und ich wünschte
Auch der Rest könnte mir gehör’n

Komm, komm, tanz weiter
Treib mich, treib mich, verzeih die Zeit
Mach die Augen auf, und glaube daran
Still bei mir zu sein

So gut, dass ich gesehn hab’...

Trag mich weiter...


Diva

Diva, Diva, öffne Dich
Zeig mir Dein Gesicht
Hinter Deinem Gesicht
Hinter Deinem Gesicht

Diva, Diva, liebst Du Dich
Zeig mir, was Dich bricht
Zeig mir, was Dich bricht
Hinter Deinem Gesicht

Du siehst, was Du singst
Siehst Du mich?
Du liebst, was Du lebst
Liebst Du mich?

Diva, Diva, lügst Du nicht
Lügst Du nicht für mich
Lügst Du nicht für Dich
Lügst Du nicht für Dich
Alles, was ich will
Ist Du und ich in diesem Raum
Ich glaube kaum....

Du siehst, was Du singst...

Diva, Diva, Diva, Diva
Zeig mir Dein Gesicht

Diva, Diva, lüg für mich
Hinter Deinem Gesicht
Diva, Diva, öffne Dich
Öffne Dich für mich

Diva, Diva, siehst Du nicht
Siehst Du, wer hier spricht
Siehst Du die Nacht?
Siehst Du die Nacht?

Diva, Diva, öffnet sich
Öffnet sich für mich
Diva, Diva, öffnet sich
Öffnet sich für mich


Hinter dem Spiegel

Hab’ es nirgends, nie geseh’n
Mach mir einen Weg
Und dieses Atmen gehört Dir
Komm hell und halte
Es täte gut
Alles sollte Dir gehör’n
Mach mich glücklich
Spiel für mich

Zerschlag dieses Bild
Schlag es mir aus den Poren
Ich habe meinen Schlaf
Meinen Schatten verlor’n
Zerschlag diese Maske
Zerschlag mein Gesicht
Das bin ich nicht!

Gib mir ein Licht, was spricht
Komm und betaste mich
Irgendwo sein, lass mich irgendwo sein
Lass mich in Rauch aufgeh’n
Lass mich seh’n
Bis an’s Ende dieser Zeit
Mach mich glücklich
Spiel für mich

Zerschlag...

Mein Kopf
In den Händen eines Fremden
Staub auf der Stirn
Und ich würd’ es gern beenden
Mein Kopf
In den Händen eines Fremden
Von irgendwo her, von irgendwo her
Das bin ich nicht
Nein, das bin ich nicht

Zerschlag...

Das bin ich nicht!
Nein, das bin ich nicht!


Halber Freund

Reiß mein Herz aus, halber Freund
Und schweig, wir schau’n ins Auge
Leg es still aufs erste Gleis
Und träume, was ich glaube
In der Luft, wo wir dich brachen
Liegen Dinge, die noch atmen
Schlaf in treuen Nesseln weich
Vielleicht verstehst du die Sonne
Besser noch als ich, du weißt
Wenn wir nach Hause kommen

Ich bin ich und du bist raus
Wird sind das, was keiner braucht
Halber Freund

Tret’ in meinen Segen mit offnen Augen
In tote Lügen, halber Freund
Der Sockel, der tritt, der Rest des Scheins
Besinnungslos allein’

Ich bin ich...


An einem Morgen

An dem Morgen eines Morgens
Sah’n wir des Morgens tiefsten Schein
Wild und willig, warm und billig
Bitte lass mich, weck mich nicht

Wir fraßen uns am Rest des Mondes satt und frei
Von Stirn zu Stirn, vom Besten bis zum Heiligsein
Wir fraßen uns am Rest des Mondes satt und frei
Hinter diesen Wänden zu Morgens tiefstem Schein

Schau her, Du kannst uns buchen
Hier sind alle gleich
Nimm den Rest vom Kuchen
Und lass uns sein, sein, sein, sein

Wir fraßen uns...


Garten

Süßwasser Muschelduft
Komm schon, bleibe
Treib es an die Luft
Farben wie Deine
Habe ich nie geseh’n
Bleib in meiner Sucht
Oh, oh, oh, oh, oh, oh
Bleib nicht steh’n
Oh, oh, oh, oh, oh, oh
Kannst du sehn?

Hier ist der Himmel
Hier ist der Garten
Hier soll für immer sein

Süßwasser Muschelduft
So lang hab ich gesucht
Komm schon, bleibe
Treibe, gleite
Whirlpoolaugen hab ich noch nie geseh’n
Sanft in Seide
Farben wie Deine
Oh, oh, oh, oh, oh, oh
Kannst du sehn?

Hier ist der Himmel...
Sag nicht nein

Hier ist das Mekka
Hier will ich bleiben
Hier soll für immer sein
Komm schon, komm schon
Spuck es an die Luft
Spuck es an die Luft

Hier ist der Himmel...
Sag nicht nein


Schein

Gott grinst durchs Fenster
Dreh’ mich vor dem Fall
Lang her, dass ich gesehn hab’
Traumstill, überall, überall

Jahre schrei’n durchs Fenster:
"Spiel mit uns, wir sind hier!"
Bezahl, was Du nie gewollt hast
Brauch’ Dich neben mir

Trag mich durch diesen Morgen
Zu Deinen Schwestern, kleiner Stern
Komm und schein
Schein, schein, schein

Leblos in diesen Tagen
Wünschte, Du wärst hier
Leblos in diesen Augen
Brauch’ Dich neben mir

Trag mich durch diesen Morgen...

Komm und schein
Schein für mich
Komm und schein
Schein, schein, schein
Für mich


So träum’ ich

Die Stadt lacht wie ein Meer
Wilder Stoß, schon lange her
Viel zu viel vielleicht
War die letzte Zeit
Den Schlüssel zur Nacht begraben
Nur genommen, was wir schon haben
Nur genannt, was wir schon nennen
Nur gesehen, was wir schon kennen

Und so träum’ ich
So träum’ich


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